Deutsche soldaten in usa-gewahrsam

Eine lange Nacht der Lügen“

Bestseller in Kanada, aufsehenerregende Neuerscheinung in der Bundesrepublik: In dem Buch „Der geplante Tod“ behauptet ein kanadischer Autor, die USA hätten nach Kriegsende Hunderttausenden von deutschen Gefangenen bewußt Hilfe verweigert und damit deren Tod in Kauf genommen. Historiker reagieren skeptisch.
Stundenlang stand er am Zaun des Lagers. Dort draußen lag sein Dorf fast zum Greifen nah, für ihn war es unerreichbar. Eines Morgens wurde der 17jährige Bursche tot am Fuße des Zaunes gefunden - offenbar erschossen beim Versuch, heim zur Mutter zu flüchten. Ein US-Projektil hatte ihm eine Gesichtshälfte weggeschmettert.
Seine deutschen Mitgefangenen mußten am toten Körper vorbeimarschieren. "Mörder, Mörder!" schleuderten sie dem amerikanischen Kommandanten entgegen - was böse Folgen hatte: Drei Tage lang kappte der Offizier die ohnehin schmale Essensration, etliche Menschen starben vor Hunger.
In Rheinberg am Niederrhein lagerten Häftlinge "ohne Obdach tagein, tagaus", berichtete ein Augenzeuge. Das Bild war zum Erbarmen: "Amputierte schlitterten wie Amphibien durch den Matsch, durchnäßt und fröstelnd." Viele überlebten die Tortur nicht.
Um sich gegen die Kälte zu schützen, schmiegten Männer sich in lange Erdlöcher, die sie mit bloßen Händen gegraben hatten - Bauch an Rücken, Knie an Kniekehle. Manche tranken den eigenen Urin, weil es nichts gab, andere "leckten den Boden in der Hoffnung, ein bißchen Feuchtigkeit zu bekommen". Sie wurden krank - und krepierten.
Hitlers Krieg war längst zu Ende, aber nicht für alle.
"Nie", notierte ein 50jähriger Feldwebel in sein Tagebuch aus grobem Verpackungspapier, habe er "den Siegern eine solche barbarische Art der Kriegsgefangenen-Behandlung zugetraut". Wer sich über peinigenden Durst oder peitschenden Regen beschwerte, wurde obendrein ausgelacht: "Du hast keine Rechte."
Fast sechs Jahre nach dem Überfall auf Polen, der mit 1,5 Millionen Soldaten begonnen hatte, verharrten rund 10 Millionen Deutsche in Kriegsgefangenschaft - weltweit verteilt auf mehr als 20 Staaten. Allein in amerikanischem Gewahrsam befanden sich 3,1 Millionen Menschen.
Diese Daten sind historisch einigermaßen gesichert, und bislang galten die Amerikaner den meisten Deutschen seit damals als Erlöser. Ein Buch des kanadischen Lektors und Journalisten James Bacque, 60, könnte diese Einschätzung ins Wanken bringen*.
In dem amerikanischen "Bestseller" (so das US-Nachrichtenmagazin Time), der diesen Monat in deutscher Sprache erscheint, behauptet Bacque aufgrund neuer Archivfunde, die US-Führung habe 1945 in deutschen Camps "furchtbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen: *___Gefangene bekamen bewußt so wenig zu essen, daß sie ____sterben mußten, "obschon genügend Lebensmittel" zur ____Verfügung standen; *___die hygienischen und sanitären Bedingungen waren ____miserabel und führten schnell zu tödlichen Krankheiten; *___Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz blieb der ____Zutritt verwehrt, eine internationale Kontrolle fehlte.
Der Autor schätzt, daß in amerikanischen und französischen Lagern, in die Washington Deutsche überstellen ließ, die Zahl der Toten "wahrscheinlich bei mehr als einer Million liegt"; die Behandlung der Verlierer in anderen verbündeten Ländern des Westens wie England und Kanada sei hingegen durchaus human gewesen.
Eine konkrete Ziffer, räumt Bacque ein, werde "immer umstritten sein", weil Akten "vernichtet, geändert oder als geheim unter Verschluß gehalten worden" seien - "bis auf den heutigen Tag". Die Geschichtsschreibung ist bisher, offiziellen amerikanischen Quellen folgend, von lediglich einigen zehntausend Opfern ausgegangen, der Vorwurf systematisch herbeigeführter Hungersnöte ist neu. Bacque will deshalb "nach einer langen Nacht der Lügen" diese "amerikanische Tragödie" aufrollen.
Dabei beginnt die Geschichte deutscher Kriegsgefangener in US-Obhut, der Prisoners Of War (POW), durchaus entspannt. Die ersten - nur 31 - POW waren im Mai 1942 auf dem amerikanischen Kontinent angekommen. Bereits vom Sommer 1943 an fielen den US-Truppen monatlich Tausende deutscher Landser in die Hände.
Angesichts der Gefangenenflut entstanden Lager, die nach einem Standardplan für jeweils 2000 bis 4000 Gefangene ausgelegt waren. Vom Speisesaal über Werkstatt und Kaufladen bis zum Sportplatz sahen sie den Ausbildungslagern der U.S. Army sehr ähnlich - bis auf die Stacheldrahtzäune und die Scheinwerfer.
Nicht wenigen Amerikanern erschienen die Lager zu fein für die gefangenen Gegner.
In Anspielung auf ein Pariser Luxus-Hotel und den Spitznamen der Deutschen bürgerte sich die Bezeichnung "The Fritz Ritz" für die Lager ein.
Nach und nach besetzten deutsche Kriegsgefangene frei gewordene Posten vor allem in der Landwirtschaft, aber auch in der Holz- und Fleischwarenindustrie, bei der Eisenbahn und selbst in den Schreibstuben der Army. Diese Männer, befand der amerikanische Historiker Arnold Krammer, "erfüllten eine lebenswichtige Rolle beim Ausgleich des akuten heimischen Mangels an Arbeitskräften".
So unentbehrlich war "Fritz" mittlerweile gerade für die US-Farmer geworden, daß sie den längst zum Oberbefehlshaber der Alliierten Truppen in Europa ernannten General Dwight D. Eisenhower aufforderten, sofort weitere 150 000 Gefangene als Arbeitskräfte nach den USA in Marsch zu setzen. Amerikas höchster Offizier, später 34. Präsident der Vereinigten Staaten, zeigte wenig Neigung, denn mittlerweile war ihm die Problematik deutscher POW auf dem Kriegsschauplatz Europa zur Last geworden.
"Ein Jammer, daß wir nicht mehr umgebracht haben", notierte er ins Postskriptum eines Briefes an General George C. Marshall. Eisenhower "haßte" die Deutschen, wie er seiner Frau Mamie schrieb. Bei einem Besuch des britischen Botschafters forderte er, alle Offiziere des deutschen Generalstabes sollten "ausgerottet" werden, auch alle Führer der Nazi-Partei vom Bürgermeister an aufwärts sowie alle Angehörigen der Gestapo.
Je weiter seine Truppen ins Innere des Hitler-Reiches eindrangen, desto schroffer wurde Eisenhowers Haltung den Deutschen gegenüber. Bei ihrem Vormarsch über den Rhein hinweg machten die US-Soldaten schaurige Entdeckungen, als sie, so der Passauer Zeitgeschichtler Winfried Becker, "auf die Spuren der letzten Morde der Gestapo und der SS" stießen.
Wo sie es konnten, ließen sie die Leichen exhumieren und neu bestatten - meist wurden die örtlichen Parteigenossen zu diesen Arbeiten herangezogen. Bald schämte sich Eisenhower, daß er "einen deutschen Namen" trug.
"Die Deutschen", sagt der Passauer Becker, hätten folgerichtig "kaum erwarten" können, daß die Entdeckung der "zuletzt begangenen Scheußlichkeiten und die Greuel der Konzentrationslager ohne Rückwirkung auf das Verhalten der Alliierten ihnen gegenüber" blieben.
Und so kam es auch. Am 10. März 1945, gerade war mit Köln einer der wichtigsten Brückenköpfe genommen, regte Eisenhower bei den Combined Chiefs of Staff (CCS) schriftlich die "Schaffung einer neuen Klasse von Gefangenen" an. Immer noch galt Artikel 7 der Anlage zur Haager Landkriegsordnung, wonach Kriegsgefangene "in Beziehung auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung auf demselben Fuße zu behandeln" seien wie die siegreichen Truppen; eine ähnliche Verordnung enthält auch die Genfer Konvention von 1929.
Eisenhower störte das nicht. Ihm erschien es angesichts der Versorgungsnotlage im Lande "nicht wünschenswert", deutschen "Streitkräften Rationen zuzuteilen, die weit über das für die Zivilbevölkerung verfügbare Maß" hinausreichten; die andere Kategorie Kriegsgefangener wurde Disarmed Enemy Forces (DEF) genannt, entwaffnete Feindkräfte.
Es handelte sich um Soldaten, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht die Menschlichkeit der völkerrechtlichen Vereinbarungen erfahren sollten oder durften, wobei das zum damaligen Zeitpunkt noch fiktive Datum einer bedingungslosen Kapitulation entscheidend fürs Wohl und Wehe war: vorher POW, nachher DEF.
Die Briten in der CCS lehnten Eisenhowers Vorschlag ab, der wählte daraufhin den Alleingang. Vor der Öffentlichkeit verbarg Eisenhower sein Vorhaben: Auf einer Pressekonferenz in Paris erklärte er, die "gesamte Geschichte der Vereinigten Staaten" bestehe "auch darin, einem besiegten Feind gegenüber großmütig zu sein: Wir beachten alle Gesetze der Genfer Konvention".
Als im April und im Mai vor allem am Rhein entlang für Hunderttausende deutscher Soldaten die Prisoner of War Temporary Enclosures (PWTE) eingerichtet wurden, schaltete sich Eisenhower persönlich ein. Er ordnete an, die Gefangenen dürften weder "Obdach noch irgendeinen anderen Komfort" haben - was er nicht ironisch meinte.
Die Camps, ob in Remagen oder Sinzig, Rheinberg oder Andernach, waren lediglich mit Stacheldraht umzäunte Weiden und Wiesen, feste Unterkünfte gab es nicht. Ursprünglich sollte jeder Gefangene 16 Quadratmeter Platz haben, meist blieben nur 2 oder 3.
Manche Männer standen tage- und nächtelang apathisch in ihren Erdlöchern, unfähig, "um sich krank zu melden noch um zu essen", wie ein US-Leutnant notierte - sofern es überhaupt etwas zu beißen oder zu trinken gab.
Autor Bacque hegt den Verdacht, die Amerikaner hätten "alles für die Gefangenen Notwendige absichtlich in Mangel gehalten"; darunter mußten vor allem jene Soldaten leiden, denen das Eisenhower-Verdikt den gängigen POW-Status einfach wegbefahl - allein zwischen dem 2. Juni und dem 28. Juli 1945 wurden fast 600 000 Soldaten in den "tödlichen DEF-Status überführt".
Eisenhowers Truppe hingegen lebte im Überfluß. "Wir hatten Lebensmittel reichlich", bemerkte ein hoher Offizier, "unser Problem bestand darin, alles zu kochen." In den Akten der Quartiermeisterei fand Bacque die Bestätigung für den "gewaltigen Lebensmittelüberschuß" - in den Monaten April bis Juli besaß die Army einen ungenutzten Vorrat, der für 400 Tage gereicht hätte.
Auch Hilfe von außen wurde verwehrt. Das Rote Kreuz lagerte 13 Millionen Lebensmittelpakete, jedes einzelne hätte einen Menschen zwei Wochen lang mit täglich 1000 Kalorien versorgen können. Das Oberkommando wußte, ausweislich eines Protokolls, spätestens seit dem 13. Juni 1945 von den riesigen Vorräten - sie blieben eingebunkert.
Statt dessen nahm es in Kauf, daß ihm die Gefangenen in den Enclosures zu Tausenden umkamen. Nach internen Statistiken und Berichten starben bis zu 15 Prozent "eindeutig an Unterernährung und Flüssigkeitsmangel sowie an Erschöpfung". Die anderen erlagen "Krankheiten", schreibt Bacque, "die durch die elenden und schutzlos allen Witterungseinflüssen ausgesetzten Lebensbedingungen verursacht und zweifellos durch Aushungerung verschärft" worden seien.
Von Mai bis Mitte Juni registrierten Ärzte und "4000-Kalorien-Offiziere" (Bacque) entlang des Rheins eine Sterblichkeitsrate, die 80mal höher lag als normal, eine Zahl, die es "seit dem Mittelalter" nicht gegeben habe. Bacque: "Die medizinische Terminologie selbst reicht nicht mehr ganz aus angesichts dieser Katastrophe."
Seinen Berechnungen zufolge kamen in den amerikanischen Lagern 793 239 Gefangene zu Tode, in französischen rund 167 000. "Other losses", "sonstige Verluste", hießen sie in der nüchternen Sprache der US-Kriegsstatistiker, Paris sprach von Menschen, die "perdus pour raisons diverses" seien, also "verloren aus verschiedenen Gründen".
Amerikanische Wissenschaftler haben auf Bacques Buch skeptisch bis abwartend reagiert. "Kein Historiker könnte dieses Buch geschrieben haben", kritisierte der Geschichtsprofessor Gabriel Kolko aus Toronto die Bacque-Methode, Daten aus nur bruchstückhaft erhaltenen Statistiken zu Gesamtzahlen hochzurechnen.
Der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler begrüßt gleichwohl das Erscheinen des Buches: Bacque solle "veröffentlichen, wo immer er will, und wir können über seine Quellen debattieren". Das Magazin Time allerdings warf letzte Woche die Frage auf, ob die deutsche Geschichtswissenschaft zu dieser Debatte genug beitragen könne: Sie habe sich seit dem Kriege "mehr auf die Verfehlungen Deutschlands konzentriert als auf die seiner jetzigen Verbündeten".
Autor Bacque spricht zu Recht von einer politischen Konzession. Den Amerikanern sei "verziehen" worden, "ohne daß sie auch nur angeklagt waren".

DER SPIEGEL 40/1989
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„Eine lange Nacht der Lügen“

13.11.17 14:44, kommentieren

bruch mit madrid-katalonien versucht den eigenen weg

Bruch mit Madrid

Reaktion auf Absetzung der Regionalregierung: Parlament in Barcelona beschließt Unabhängigkeit der Republik Katalonien

Von André Scheer
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Jubel auf Straßen Barcelonas, nachdem das Parlament die Unabhängigkeit der Katalanischen Republik beschlossen hat

Als Reaktion auf die Aufhebung der Autonomie Kataloniens durch den spanischen Senat hat das katalanische Parlament am Freitag die Unabhängigkeit der Region von Spanien und die Gründung einer Republik ausgerufen. Fast zeitgleich stimmte der Senat, das Oberhaus des spanischen Parlaments, mit 214 gegen 47 Stimmen dafür, die gewählten Repräsentanten der abtrünnigen Region abzusetzen und Katalonien der direkten Kontrolle durch Madrid zu unterwerfen.

Damit stehen der iberischen Halbinsel spannungsgeladene Tage bevor. Es wird darauf ankommen, wem sich die Angehörigen der Regionalpolizei Mossos d'Esquadra und anderer Behörden in Katalonien unterstellen werden – der Regierung der Katalanischen Republik oder von Spanien eingesetzten Verwaltern. Entscheidend wird auch sein, ob Regierungen anderer Länder die Katalanische Republik anerkennen werden.

In Barcelona hatten die prospanischen Oppositionsparteien vor der Abstimmung das Parlament verlassen und der Mehrheit vorgeworfen, einen »Staatsstreich« zu begehen. Die Abgeordneten von Podemos und Vereinter Linker, die sowohl die Aufhebung der Autonomie durch Madrid als auch eine einseitige Unabhängigkeitserklärung ablehnen, nahmen an der Abstimmung zwar teil, votierten nach eigener Aussage allerdings mit Nein. Schließlich stimmten 70 Abgeordnete der Resolution zu, zehn votierten mit Nein, zwei gaben leere Stimmzettel ab.

Beilage 100 Jahre Oktoberrevolution, 1.11.

Der beschlossene Antrag enthält nur in der Präambel eine ausdrückliche Proklamation der Unabhängigkeit. Im beschlossenen Text selbst wird dagegen zunächst die Entscheidung des Senats in Madrid als »Beseitigung der Selbstregierung Kataloniens« verurteilt. Zudem wird die Eröffnung eines verfassunggebenden Prozesses verkündet, dessen Höhepunkt die Wahl einer konstituierenden Versammlung sein soll. Zudem wird die Regionalregierung aufgefordert, das »Gesetz über den rechtlichen Übergang und zur Gründung der Republik« in Kraft zu setzen. Dieses soll eine reibungslose Ablösung der spanischen durch katalanische Bestimmungen gewährleisten und war am 8. September von den Abgeordneten beschlossen worden. Vier Tage später wurde es vom spanischen Verfassungsgericht in Madrid aufgehoben. Durch ihren Beschluss vom Freitag haben sich die Abgeordneten in Barcelona bewusst über die Entscheidung der spanischen Richter hinweggesetzt.

Im Parc de la Ciutadella, dem Stadtpark in unmittelbarer Nähe des Parlaments, hatten sich seit dem Morgen Tausende Menschen versammelt, um die Ausrufung der Republik zu feiern und, wie es in Aufrufen hieß, die Abgeordneten zu verteidigen. Bauern waren mit ihren Traktoren zum Ort der Kundgebung gekommen, um im Notfall die Zufahrtswege gegen spanische Sicherheitskräfte blockieren zu können. Ein Eingreifen der Guardia Civil und der Nationalpolizei war im Zuge der Entscheidung des Senats befürchtet worden. Nach der Abstimmung feierten die Menschen lautstark die Proklamation der Republik und der Unabhängigkeit. Sie schwenkten katalanische Fahnen und skandierten »Independència«. Auch Banner der Spanischen Republik und rote Fahnen waren zu sehen. Im Plenarsaal und auf der Straße wurde »Els Segadors«, die katalanische Nationalhymne, gesungen.

Ungewohnt einig zeigten sich dagegen in Madrid der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy und Podemos-Chef Pablo Iglesias. Beide verurteilten die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens als »illegal«. EU-Ratspräsident Donald Tusk appellierte an Rajoy, auf den Einsatz von Gewalt zu verzichten.

28.10.17 10:59, kommentieren

Ermöglicht wird das durch US-Präsident Donald Trump (71). Der twitterte am Samstag, er werde der Veröffentlichung der „JFK Files“ zustimmen.

Insgesamt gibt es über fünf Millionen Seiten Dokumente hinsichtlich der Ermordung Kennedys vor 54 Jahren.

► 99 Prozent der Akten sind bereits der Öffentlichkeit zugänglich. 88 Prozent sind vollständig, bei den restlichen elf Prozent wurden sensible Inhalte vorher entfernt. 

Das hatte der Kongress 1991 so beschlossen. Der übrige Teil der Akten sollte für 25 Jahre unter Verschluss sein – diese Frist läuft am Donnerstag ab.

Laut dem Online-Magazin „Politico“ steht Trump aber unter Druck, vor allem vonseiten des Geheimdiensts CIA, einige Dokumente weiter unter Verschluss zu halten – um noch lebende Mitarbeiter oder Informanten von CIA und der Bundespolizei FBI nicht zu gefährden.

26.10.17 09:55, kommentieren

ein deutsches mädchen

„Ein deutsches Mädchen“ : Heidrun und ihre Familienbande

Den Mitgliedern des NSU kam Benneckenstein durch ihre Besuche im Szenetreffpunkt „Braunes Haus“ in Jena „gefährlich nahe“. Bild: dapd

Eine Jugend mitten im rechten Milieu des Münchner Speckgürtels: Heidi Benneckenstein schildert den Alltag von Neonazis und wie ihr selbst der Ausstieg aus der Szene gelang.

Der Feind war bunt. Das lernte Heidi Benneckenstein spätestens beim Kofferpacken fürs Zeltlager. Weiße Bluse, blauer Rock, Schal und Handschuhe nur in „gedeckten Farben“, so lautete die Kleiderordnung für Fahnenappelle im Morgengrauen und Gewaltmärsche durchs Unterholz. Organisiert wurden diese Lager von rechtsnationalen Nachwuchsschmieden wie der seit 2009 verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“. Im Alter von fünf Jahren musste Heidi Benneckenstein, 1992 geboren und von ihren Eltern mit dem Namen „Heidrun“ bedacht, das erste Mal alleine mit ihrer Schwester in ein solches Ferienlager, mit acht Jahren war sie das erste Mal in einem Zeltlager im Ausland. Es ging nach Polen, oder wie ihr Vater sagte, nach Ostpreußen.

Karin Truscheit

Karin Truscheit

Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

Wenn Schulfreunde in den Ferien im Sand buddelten, stellte die blondbezopfte Heidi im Zeltlager die Hermannschlacht nach und sägte die Deutschlandkarte in den Grenzen von 1937 aus Sperrholz aus. Ihr Heranwachsen in einem stramm rechten Milieu im Münchner Umland schildert Heidi Benneckenstein in ihrem Buch „Ein deutsches Mädchen“. Der Weg nach rechts war programmiert in einem Elternhaus, in dem die „Preußische Allgemeine Zeitung“ auf dem Frühstückstisch lag und Besinnungsliteratur über Nationalsozialisten im Fernsehzimmer. Hineingeboren in diesen Reihenhaus-Revisionismus, der nichts mit dumpfen Skinheads gemein hatte, aber nicht weniger menschenfeindliches Potential aufweist, ist es umso bemerkenswerter, dass sie im Alter von neunzehn Jahren den Weg hinaus fand.

Die Widersprüche schmälern ihre Glaubwürdigkeit kaum

Dabei hätte nicht viel gefehlt,und die Autorin wäre endgültig in der rechten Szene geblieben. In einer Mischung aus Sarkasmus und Schaudern schildert die Autorin die Treffen mit NPD-Kameraden in einem Gasthaus, das so schlecht lief, dass der Wirt „dankbar war, wenn wenigstens ein paar Nazis bei ihm hockten“; den gemütlichen Lagerfeuerabend in Jena mit Ralf Wohlleben, einem der Mitangeklagten im NSU-Prozess, der auf sie wirkte, als habe er „nicht mehr alle Tassen im Schrank“, da er wie irre Holz in das Feuer geworfen habe; das Begräbnis eines Neonazis in Passau, bei dem die Autorin zusammen mit anderen Neonazis auf einen Fotografen einprügelte.

Bild: Verlag

Dass sie heute noch auf Bildern im Internet als Fahnenträgerin bei dem Begräbnis zu sehen sei, erfülle sie mit Scham, schreibt die Autorin, die ihr Buch auch als persönlichen Verarbeitungsprozess verstanden wissen will. Dieser Prozess erklärt vermutlich manche Widersprüche in ihren Schilderungen, die ihre Glaubwürdigkeit jedoch kaum schmälern. So hebt sie zwar immer wieder hervor, weder „Krawall und Mobilmachung“, sondern nur „Revolution“, die Auflehnung gegen ein als korrumpiert empfundenes Gesellschaftssystem gewollt zu haben.

18.10.17 09:09, kommentieren

Leichen gefunden

 

Es war vermutlich hochsommerlich warm, als Francine und Marcelin Dumoulin in die Berge aufbrachen. Das Ehepaar wollte am 15. August 1942 von Chandolin im Schweizer Kanton Wallis aus auf eine Alm wandern, um dort das Vieh zu füttern. Aber Marcelin Dumoulin, Schuhmacher, damals 40 Jahre alt, und seine Frau Francine, eine 37-jährige Lehrerin, kehrten nie in ihr Dorf zurück.

Mehrere Suchmannschaften durchstreiften zweieinhalb Monate lang immer wieder das Gebiet, ohne Ergebnis. Das Paar galt seither als verschollen. Sie hinterließen sieben Kinder, die in Pflegefamilien aufwuchsen.

Ein Pistenbully-Fahrer hat nun, 75 Jahre später, auf dem Tsanfleurongletscher bei Les Diablerets in 2600 Metern Höhe die sterblichen Überreste eines Mannes und einer Frau gefunden, deren Bekleidung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammt. Neben den Körpern, die teilweise noch von Eis bedeckt waren, entdeckte der Angestellte der Bergbahnen Glacier 3000 Rucksäcke, Geschirr, eine Flasche, ein Buch, eine Uhr und Schuhe. Die Walliser Polizei hat die Gletscherleichen am Mittwoch als Marcelin und Francine Dumoulin identifiziert. Wahrscheinlich, hieß es, waren die beiden 1942 in eine Gletscherspalte gestürzt.

Für die mittlerweile 79-jährige Tochter Marceline Udry-Dumoulin ist die Nachricht eine Erlösung, wie sie der Schweizer Zeitung Le Matin sagte: "Wir haben unsere Eltern das ganze Leben lang gesucht, nach 75 Jahren beruhigt mich dieser Fund."

Klimaforscher hingegen beruhigt der Fund eher nicht, denn der Tsanfleurongletscher war vor 150 Jahren doppelt so groß wie heute und schmilzt seit den Hitzesommern des vergangenen Jahrzehnts immer schneller. Das ist einerseits alarmierend, andererseits eröffnet der Rückgang der Eispanzer buchstäblich ein neues Forschungsfeld: die Gletscherarchäologie.

Weil das Eis in den Alpen und anderen hohen Gebirgen schwindet, gelangen vermehrt Funde an die Oberfläche. Meistens sind es keine mumifizierten, gut erhaltenen Eisleichen wie Ötzi, der im Jahr 1992 gefunden wurde. Denn die in Gletscherspalten wirkenden Kräfte lassen von einem menschlichen Körper normalerweise nicht sehr viel übrig. Nur wenn die Gletscherleiche in einer Mulde oder auf einem Sattel liegen bleibt, übersteht sie die Zeit im Eis einigermaßen unversehrt. Aber auch anhand von Kleidungsstücken, Münzen, Waffen oder anderen Gegenständen, die das Eis freigibt, lässt sich viel herausfinden über die Lebensumstände ihrer ehemaligen Besitzer.

Die aktuelle Klimaerwärmung werde immer häufiger zu solchen Entdeckungen führen, erwartet Matthias Huss, Glaziologe an der ETH Zürich. An den Universitäten von Bozen, Innsbruck und Zürich gibt es eigene Forschungszweige dazu.

In Argentinien entdeckte eine Expedition 500 Jahre alte Mumien dreier Inka-Kinder

In den 25 Jahren seit dem Fund von Ötzi verzeichneten Gletscherarchäologen weltweit Erfolge. Die Norweger sicherten in den letzten Jahren allein in der Provinz Oppland mehr als 2000 Funde, darunter Schuhe aus der Bronzezeit und Wanderausrüstung von Wikingern. In Nordkanada fanden Forscher einen 10 000 Jahre alten Wurfspieß. 1999 entdeckte eine Expedition auf dem Gipfel des 6739 Meter hohen Vulkans Llullaillaco an der chilenisch-argentinischen Grenze die perfekt konservierten Mumien von drei Inka-Kindern, etwa 500 Jahre alt. In den Dolomiten gab das Eis der Marmolada im Jahr 2010 einen mumifizierten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg frei, und 2012 tauchten in der Schweiz drei tiefgefrorene Bergsteiger wieder auf, die 1926 auf dem Aletschgletscher verschollen waren. Sie waren von den Eismassen im Lauf der Jahre zehn Kilometer talabwärts befördert worden.

Die sterblichen Überreste der beiden Walliser Gletscherleichen wurden per Helikopter ins Tal gebracht und im Institut für Rechtsmedizin in Lausanne untersucht. Deren Nachkommen sind froh, endlich Gewissheit zu haben. Das Verschwinden der Eltern habe sie ihr ganzes Leben lang nicht losgelassen, sagt Marceline Udry-Dumoulin. "Ich bin selbst dreimal auf den Gletscher gestiegen, um sie zu suchen. Nun bekommen Mama und Papa endlich ihre Beerdigung." Schwarz wolle sie dabei aber nicht tragen: "Ich denke, Weiß ist eher angebracht." Nicht, um an Schnee und Eis zu erinnern. "Es repräsentiert die Hoffnung, die ich nie verloren habe".

21.7.17 19:26, kommentieren

merkel mit staatssmännischem GEStus

Nach Meinung von Angela Merkel (CDU) hat die Polizei rund um den G-20-Gipfel »exzellente Arbeit« geleistet. Das erklärte die Bundeskanzlerin am Samstag nachmittag auf der abschließenden Pressekonferenz des Treffens. Sie verurteilte die »entfesselte Gewalt«, die den Beamten von seiten einiger Protestierender entgegengeschlagen sei, und betonte, dass sie die friedlichen Proteste zu schätzen wisse. Diese seien ihr »ein Ansporn« gewesen, im Rahmen des Gipfels Ergebnisse zu erreichen.


10.7.17 10:36, kommentieren

Stärkere Strahlkraft

Über Rassismus und Ressentiments in der Polizeiarbeit am Beispiel der Mord- und Anschlagsserie des NSU

Von Markus Mohr
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Die Polizei wollte es nicht kapieren: Demonstration in Kassel am 6.4.2017 in Erinnerung an Halit Yozgat, der am 6.4.2006 das neunte Mordopfer der NSU wurde

Heute abend wird im Schauspiel Köln das »Tribunal ›NSU-Komplex auflösen‹« eröffnet, bei dem Ini­tiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der Mord- und Anschlagsserie solidarisch verbunden sind, zu Wort kommen sollen. Sie sollen den »strukturellen Rassismus«, so die Veranstalter, des »NSU-Komplexes« verdeutlichen. Hierbei ist es lohnenswert, die Widersprüche im Polizeiapparat zu untersuchen, wie es der Politologe und Aktivist Markus Mohr getan hat. (jW)

Morgen um 20 Uhr findet beim »NSU-Tribunal« im Schauspiel Köln der Themenabend »Tatort Kassel und seine institutionellen Verflechtungen« statt. Ein Teil dieses Textes wird dort verwendet werden.

Für die Polizei war 2006 ein Schlüsseljahr bei der Auf- bzw. Nichtaufklärung der neun NSU-Morde. Von 2000 bis 2006 hatte es neun Morde an Migranten gegeben. Nach dem achten Mord an Mehmet Kubasik am 4. April und dem neunten Mord an Halit Yozgat am 6. April führten mehrere Spuren zu den Neonazis. Bis dahin hatte die Polizei ohne konkretes Ermittlungsergebnis die These verfolgt, die Mordserie sei der organisierten Kriminalität zuzurechnen, was auch so öffentlich kommuniziert wurde.

So konnte man im Juni 2005 in der Welt lesen, dass als Mörder eine aus den »Bergen Anatoliens heraus operierende Bande« vermutet wurde. Es wurde behauptet, die Opfer hätten sterben müssen, »weil sie als Drogen-Transporteure für die Bande Geschäfte auf eigene Faust machten oder sich den Geschäften verweigerten«. Das war reine Spekulation auf rassistischer Grundlage, doch für die Welt waren es »erste Spuren«.

Doch dann entschloss sich der Polizeikommissar des bayrischen LKA, Alexander Horn, im Mai 2006 zu einer Kehrtwende, nachdem er beide Morde im April untersucht hatte. Er verfasste eine neue Operative Fallanalyse (OFA), von der Auszüge im NSU-Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Sprache kamen. Horn führt den Umstand, dass viele Zeugen aus der türkischen Community aus der Sicht der Polizei wenig verwertbare Aussagen machen, nicht auf »Mentalitäten« oder »Parallelwelten«, sondern einfach darauf zurück, dass sie schlicht nichts wissen. Statt dessen kam er zum Ergebnis, dass die Morde keinen kriminellen Hintergrund erkennen lassen. Die Opfer seien nicht »gezielt«, sondern »stellvertretend« für eine Gruppe angegriffen worden. Horn entwickelte die Hypothese, dass der oder die Täter wahrscheinlich der deutschen rechten Szene entstammten. Als Horn diese Analyse der Sonderkommission der Polizei vortrug, sagte er: »Wenn es zwei Täter sind, wofür ja sehr vieles spricht, verbindet sie eine starke Dynamik. Sie inszenieren ihre Taten wie ein Abenteuer, wie eine militärische Kommandoaktion eben. Sie sind entweder Brüder – oder Brüder im Geiste«, berichtet Joachim Käppner in seinem Buch »Profiler. Auf der Spur von Serientätern und Terroristen« (München 2013).

Westend Verlag - Mutter Blamage

Mit dieser neuen Interpretation der Mordserie stieß Horn im Polizeiapparat alles andere als auf Begeisterung. Von Vertretern des BKA, der Hamburger Kripo und anderen wurde sofort eine weitere OFA eingefordert, um eine, wie es der Hamburger Kriminaloberrat Felix Schwarz formulierte, »Einengung der Ermittlungen« zu verhindern. Nach Käppner, der mit Alexander Horn für zwei Bücher eng zusammengearbeitet hat, wurde »die Münchener Hypothese vom Ausländerfeind von einer Mehrheit des Fahndungsapparates ignoriert, abgewimmelt oder offen bekämpft«.

Horn selbst sollte sich zehn Jahre später in seinem Buch »Die Logik der Tat. Ein Profiler auf der Spur von Mördern und Serientätern« (München 2016) vorsichtig, wenn auch nicht frei von Bitterkeit zu diesen Debatten in der Polizei äußern: »Das waren jene Tage, an denen ich weniger gerne ins Büro ging. Ich musste erleben, wie meine Vorgehensweise und meine Qualifikation – ja sogar meine Eignung – als Fallanalytiker in Frage gestellt wurden.«.

Ende Januar 2007 wurde Horns OFA von einem Gutachten des LKA Baden-Württemberg, abgeräumt. Die von Kriminalhauptkommissar Udo Haßmann verfasste OFA kehrte einfach wieder zur jahrelang ohne Ergebnis verfolgten These der organisierten Kriminalität zurück: »Aus hiesiger Sicht ist ein Einzeltäter bzw. ein Täterduo auszuschließen, die ohne konkreten Bezug zu den Opfern diese erschießen, bloß weil diese von der Täterseite einem bestimmten, z. B. ethnischen Kollektiv zugeordnet werden.« Dabei wurden alle bereits verwendeten Markierungen aus der Geschichte der Mordserie seit 2000 geltend gemacht, mit denen die Opfer stigmatisiert wurden: »Geldprobleme, Empfänglichkeit für risikobehaftete und gegebenenfalls illegale Tätigkeiten, u.a. Glücksspiel«, des weiteren »undurchsichtige Lebensführung« und kriminelle Aktivitäten aller Art. Es sei wahrscheinlich, dass die Täter »im Ausland aufwuchsen oder immer noch dort leben«, denn »vor dem Hintergrund, dass die Tötung von Menschen in unserem Kulturkreis mit einem hohen Tabu belegt ist, ist abzuleiten, dass der Täter hinsichtlich seines Verhaltenssystems weit außerhalb des hiesigen Normen- und Wertesystems verortet ist«.

Noch drei Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU 2011 meinte der damalige baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) im Innenausschuss des Landtags, man habe davon abgesehen, bei den Tätern ein rechtsradikales Motiv zu vermuten, »weil andere Punkte der Fallanalyse für uns einfach eine stärkere Strahlkraft hatten«.

Wenn Horn in »Die Logik der Tat« konstatiert, das polizeiliche Versagen sei »nicht aus einer bösen Absicht heraus, sondern aufgrund eines Mangels an Phantasie« geschehen, geht er fehl. Daran mangelte es bestimmt nicht. In Nürnberg, wo 2000, 2001 und 2005 drei Morde begangen wurden, ließen Ermittler einen V-Mann ein halbes Jahr lang eine Döner-Bude betreiben, während ihre Kollegen in Hamburg, wo 2001 ein Mord geschah, eine Hellseherin aus dem Iran einflogen, um sich Anregungen für ihre Arbeit zu holen. Rassismus und Ressentiments setzen solche Phantasien in Gang.

Quelle: jw, 17.05.2017

21.5.17 08:05, kommentieren